-- Schwerpunkt: Israel und Nahost
Judentum und Israel
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Obamas Wohlergehen ist wichtig für Israel

Zur gleichen Zeit, da die größte Demokratie der Welt erstmals in ihrer Geschichte einen schwarzen und friedensorientierten Präsidenten gewählt hat, begeht die kleine israelische Demokratie den 13. Jahrestag der Ermordung von Ministerpräsident Yitzhak Rabin durch einen hausgemachten Fanatiker. Zig Millionen von Amerikanern jubeln in diesem Moment dem neuen Präsidenten und der amerikanischen Nation zu, die ihn gewählt hat. Man kann sie beneiden...

Von Akiva Eldar, Haaretz v. 05.11.08

David Ben-Gurion wünschte uns einen Generalstabschef orientalischer Herkunft. Solche haben wir schon gehabt, und sogar einen Präsidenten und einen Verteidigungsminister. Wer weiß, vielleicht haben wir bald einen Ministerpräsidenten aus dem Kreis der Einwanderer aus Russland oder aus einer Familie äthiopischer Herkunft. Auch diesmal werden wir uns mit drei Kandidaten derselben Hautfarbe begnügen und trösten uns mit der Kandidatur einer Frau.

Beim Auslaufen des Siegsjubels werden die beleidigenden Stimmen radikaler Zirkel hervorbrechen, die sich nicht mit dem „frevelhaften Urteil“ des Wählers abfinden werden. Auch Amerika ist mit einer rassistisch-messianischen Bewegung „gesegnet“, deren Anhänger für „heilige“ Ziele zu sterben bereit sind, wie die Verweigerung der Souveränität von Frauen über ihren Körper und die Freiheit von Leuten wie ihnen, eine zerstörerische Waffe im Laden um die Ecke erwerben zu können. Auch Amerika hat den Mord und versuchte Attentate an seinen politischen Führern erfahren. Ebenso wenig wie der SHABAK sind auch die hoch entwickelten amerikanischen Geheimdienste, die mit dem Wohlergehen des Präsidenten betraut sind, gefeit vor Anschlägen von Selbstmordattentätern.

Das Wohlergehen Obamas muss insbesondere Israel wichtig und teuer sein, und nicht nur wegen seiner besonderen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Gemäß der Regel: Sage mir, wer dein Berater ist, und ich sage dir, wie deine Politik aussehen wird, kann man annehmen, dass auch der neue Präsident Israel nicht preisgeben wird. Ich durfte zwei der Nahost-Berater kennen lernen, die der neue Präsidenten sich auserkoren hat: den früheren Botschafter Dan Kertzer und den strategischer Berater Dan Shapiro. Beide sind Israel liebende Juden und Freunde des Friedens. Beide glauben, dass die Existenz des jüdischen Staates von der Gründung eines palästinensischen Staates abhängt.

In seiner ersten Amtszeit beginnt der Präsident nach seinem Einzug ins Weiße Haus über das Rennen um die zweite Amtszeit nachzudenken. Der Natur der Sache gemäß wird ein demokratischer Präsident, der eine überwältigende jüdische Unterstützung erhalten hat, darauf achten, diese kleine, aber reiche und aktive Gemeinschaft zu verprellen (obwohl deutlich geworden ist, dass Israel nicht an der Spitze der Tagesordnung der jüdischen Wählerschaft gestanden hat). Dabei ist die Arbeit Obamas von dem scheidenden Präsident George W. Bush erledigt worden. Er wird im Oval Office die Vision Bush von den zwei Staaten finden, die Road Map, die Frieden mit allen arabischen Staaten bis Ende 2005 versprochen hat und das völlige Einfrieren der Siedlungen. Er wird dort auch ein Exemplar des Briefes finden, den Bush an Ariel Sharon geschickt hat und in dem versichert wird, dass die USA eine Regelung unterstützen werden, die auf einem israelischen Rückzug aus allen Gebieten außer den großen Siedlungsblöcken und der Rückkehr palästinensischer Flüchtlingen in den palästinensischen Staat basieren wird. All dies in Übereinkunft mit den beiden Seiten.

Obama wird entscheiden müssen, ob und wann er die verwaisten Obligationen seines Vorgängers einlösen wird. Voraussichtlich wird der Ausgang der anstehenden Wahlen in Israel seine Entscheidung beeinflussen. Wenn sich die Umfragen bewahrheiten, die einen Sieg der Rechten voraussagen, wird der amerikanische Präsident wahrscheinlich versuchen, die israelische Regierung von seinem liberalen Pfad zu überzeugen – dem Weg der Gespräche, der Versöhnung und des Kompromisses. Schwer zu wissen, wie er sich verhalten wird, wenn Binyamin Netanyahu am Tag nach der Wahl den Palästinensern einen „wirtschaftlichen Frieden“ und Syrien „Frieden für Frieden“ anbieten wird.

Ein erstes Zeichen einer Gewöhung der israelischen Rechten an die amerikanische Wende kann man in einem Interview von Dani Ayalon mit Channel 2 finden. Der frühere Botschafter in Washington sagte nicht nur, dass man sich nicht vor Obama fürchten müsse; das neue Pfund von „Israel Beitenu“ sagte auch, dass er glaube, Obama sei gut für Israel, da es ihm leichter fallen würde, „eine Koalition gegen den Iran zu bilden“. Dies ist derselbe Ayalon, der im Januar in einem in der Jerusalem Post veröffentlichten Artikel schrieb, dass er nach zwei Treffen mit Obama den Eindruck habe, dass der Senator „nicht völlig ehrlich“ sei in allem, was mit Israel zu tun habe, und dass wir die Kandidatur Obamas mit einer gewissen Sorge betrachten müssten.

Category: USA
Posted 11/05/08 by: admin



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