-- Schwerpunkt: Israel und Nahost
Judentum und Israel
haGalil onLine - http://www.hagalil.com

haGalil online

US-Wahl: Obama (fast) weltweit Favorit

Die enorme internationale Sympathie für Barack Obama bleibt auch kurz vor den Wahlen des 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten am 6. November ungebrochen. In vielen Staaten liegt die Zustimmung für Obama bei über 80 Prozent. In der Bundesrepublik wären es immerhin 70 Prozent, die für Obama stimmen würden. In Israel ist das Bild weniger klar...

[Umfrage: Wen würden Sie wählen?]

Das multinationale "YouGov Nations Survey 2008", das mehr als 22.000 Bürger aus 14 europäischen, amerikanischen und arabischen Staaten im Oktober 2008 befragt hat, zeigt, dass John McCain außerhalb der USA nur auf eine Anhängerschaft von maximal 13 Prozent kommt.
Die Lösung konkreter Probleme, wie der aktuellen Turbulenzen der Weltwirtschaft, wird dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten deutlich mehr zugetraut als dem Republikaner McCain.

Die höchsten Zustimmungswerte erreicht Obama in Dänemark (81%), Chile (80%), Österreich (77%) und Finnland (75%). Vergleichsweise geringen Zuspruch erfährt der Senator aus Illinois in Russland (44%), Ägypten (54%), Tschechien (55%) und Saudi-Arabien (57%), aber auch dort liegt Obama in der Gunst der jeweiligen Bevölkerung haushoch vor dem Vietnam-Veteranen McCain.

Nach einer anderen Umfrage sieht die Situation in Israel anders aus. Hier stellte das Institut für die Beziehungen zwischen Israel und den USA im Rabin-Zentrum eine Mehrheit für Mc Cain fest. Die von "Teleseker" durchgeführte Untersuchung befragte 500 repräsentativ ausgewählte Israelis im Alter von 18 bis 65 Jahren. Die Fehlerquote wurde mit 4,4 Prozent angegeben.

Nachdem die bisherige Favoriten der Israelis, Hilary Clinton, ausgeschieden war, würde nun der Republikaner McCain mit 12 Prozentpunkten Vorsprung vor dem demokratischen Kandidaten gewinnen, wenn die Israelis den US-Präsidenten wählen dürften. 46,4 Prozent der Teilnehmer würden für McCain stimmen und 34 Prozent für Obama. 18,6 Prozent konnten sich nicht zwischen den beiden Kandidaten entscheiden.

Dass McCain besser für Israel sei als Obama, meinen 48,6 Prozent der Befragten. Die gegenteilige Ansicht vertreten 31,5 Prozent. Des Weiteren wussten 14,2 Prozent keine Antwort auf die Frage, während 5,2 Prozent beide Politiker für gleich nützlich halten.

Im Umgang mit der iranischen Bedrohung trauen 52,5 Prozent der Teilnehmer McCain mehr zu als Obama. Dass der Demokrat hier fähiger sei, denken 17,6 Prozent. Bei der weltweiten Finanzkrise könnte hingegen Obama punkten. 40,9 Prozent der befragten Israelis sagten, er könne besser mit diesem Problem umgehen als der republikanische Kandidat. Die umgekehrte Auffassung vertraten 34,2 Prozent. Bezüglich des Umgangs mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt wurden die Amerikaner fast gleich eingeschätzt: McCain vertrauen 37,3 Prozent der Teilnehmer und Obama 37 Prozent.

Auf die Frage, mit wem gute Beziehungen wichtig für Israel seien, nannten 98 Prozent die USA. Darauf folgt die EU mit 92,2 Prozent. Verbindungen zu Russland halten 86,3 Prozent für bedeutend. China gaben 84 Prozent der befragten Israelis an und Indien 65,3 Prozent.

Für die US-Bürger ist das Rennen um das Weiße Haus allerdings noch nicht ganz entschieden an: Hier liegt Obama gegenüber McCain nur mit 48 zu 42 Prozent in Front, was sich auch mit jüngsten amerikanischen Wählerumfragen deckt. Zehn Prozent der Amerikaner sind noch unentschieden oder unterstützen keinen der beiden Kandidaten. Bei den amerikanischen Juden ist Obama übrigens klarer Favorit.

Obama ist nicht die ganze USA: Ansehen Amerikas leidet

In der internationalen Wahrnehmung der USA finden die hohen persönlichen Sympathiewerte für Barack Obama nur teilweise eine Entsprechung: So sehen 79 Prozent der Russen (der "Kalte Krieg" wirkt nach), 38 Prozent der Ägypter und 26 Prozent der Saudis die Vereinigten Staaten ausdrücklich als Feinde ihres Landes an, selbst 11 Prozent der Deutschen vertreten diese Auffassung.

Die US-Amerikaner selbst beurteilen das internationale Image ihres Landes sogar als äußerst getrübt: 58 Prozent sind der Auffassung, dass ihr Land in der Welt derzeit kein positives Ansehen genießt; lediglich 25 Prozent glauben an eine positive internationale Wahrnehmung der USA, der Rest urteilt neutral. Zum Vergleich: Mehr als ein Drittel der Bundesbürger (35%) denkt, dass Deutschland in der Welt positiv wahrgenommen wird; die Mehrheit (44%) ist diesbezüglich neutral und nur jeder Fünfte (21%) ausdrücklich gegenteiliger Meinung.

"Die zur Neige gehende Bush-Ära hat ganz offensichtlich ein gespaltenes und zutiefst verunsichertes Land hinterlassen; die Amerikaner warten daher sehnsüchtig auf einen wie auch immer gearteten Wechsel.", kommentiert Holger Geißler, Vorstand der psychonomics AG.

Gleichwohl ist das Amerika-Bild der Europäer insgesamt deutlich freundlicher geprägt als das Bild Russlands oder Chinas: nur maximal 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung der befragten europäischen Länder zählen diese zu den Verbündeten ihres Landes. Am stärksten als Freunde ihres Landes wahrgenommen werden die USA derzeit von den Dänen (88%), den Briten (82%) und den Norwegern (74%), von den Deutschen hingegen nur zu 55 Prozent. Ob ein möglicher zukünftiger Präsident Obama das gemischte Amerika-Bild der Deutschen grundsätzlich wird ändern können, muss sich noch zeigen.

Teilnehmerländer des "YouGov Nations Survey 2008" waren Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Österreich, Tschechien, Russland, Ägypten, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, die USA und Chile. Die nationale Umfrage wurde vom Marktforschungs- und Beratungsinstitut psychonomics AG durchgeführt, das Mitglied der weltweit tätigen YouGov Gruppe ist.

[Umfrage: Wen würden Sie wählen?]

Weitere Info: www.psychonomics.de - www.yougov.com / Rabin Center

Category: USA
Posted 10/31/08 by: admin



Warning: Declaration of NP_Print::doTemplateVar(&$item, $look) should be compatible with NucleusPlugin::doTemplateVar(&$item) in /homepages/20/d69932965/htdocs/hagalil/01/de/nucleus/plugins/NP_Print.php on line 47
[Printer friendly version] |
Warning: Declaration of NP_MailToAFriend::doTemplateVar(&$item, $look) should be compatible with NucleusPlugin::doTemplateVar(&$item) in /homepages/20/d69932965/htdocs/hagalil/01/de/nucleus/plugins/NP_MailToAFriend.php on line 40
[Mail to a friend]
[Möchten Sie sich anmelden und ein Benutzerkonto erstellen?]


Comments

no comments yet


Add Comments








- - -