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Bush gesteht "historischen Fehler" ein

"Die USA haben einen historischen Fehler gemacht, indem sie 1944 nicht das Vernichtungslager Auschwitz und die Eisenbahnlinien dorthin bombardiert haben." Das sagte der amerikanische Präsident George W. Bush zum Direktor der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem, Avner Schalev, während der Führung durch das Museum...

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 11. Januar 2008

Als er vor den Luftaufnahmen stand, war Bush zunächst verwirrt. Er murmelte etwas von einem "schweren Beschluss" und erkundigte sich dann bei seiner Außenministerin Condoleezza Rice, warum denn Präsident Rooseveldt nicht den Befehl zur Bombardierung gegeben habe. Rice antwortete, dass man damals glaubte, dass es "nicht effektiv" gewesen wäre. Danach erst wandte sich Bush an Avner und erklärte, dass das ein "historischer Fehler" gewesen sei.

Ganze Bibliotheken wurden schon zu den amerikanischen Luftaufnahmen der Konzentrationslager Auschwitz und Birkenau sowie der Buna-Werke geschrieben, die im Mai und August 1944 gemacht worden sind, aber erst vor etwa zwanzig Jahren aus den amerikanischen Nationalarchiven ans Tageslicht kamen. Auf den Bildern sind die Lagerhütten zur Unterbringung der Häftlinge zu sehen, und die Gaskammern, die Krematorien und andere Einrichtungen zur industriellen Vernichtung von Juden und anderem "minderwertigem Leben". Historiker stellten die Frage, ob die Alliierten durch ihr Schweigen und Nichtstun eine Mitschuld an dem größten Massenmord des vorigen Jahrhunderts auf sich geladen hätten.

Nahum Goldmann vom jüdischen Weltkongress berichtete nach dem Krieg, wie die polnische Regierung im Exil und Juden im Polnischen Untergrund immer wieder die amerikanische Regierung ersucht hätten, Auschwitz zu bombardieren. Es sei nicht leicht gewesen, den britischen Feldmarschall John Dill zu erreichen. "Er empfing mich kühl. Es war eines der unangenehmsten Gespräche meines Lebens", schrieb Goldmann. Dill sagte: "Es ist unmöglich. Wir müssen uns ganz auf den Krieg konzentrieren. Wir können die Juden nur durch einen Sieg retten und dürfen unsere Energien nicht auf solche Sache verschwenden. Außerdem könnten wir doch (mit einem Bombardement) alle Juden töten." Goldmann habe darauf geantwortet: "Seien Sie doch nicht päpstlicher als der Papst. Die Juden wünschen es selber."

Diese amerikanische Antwort ging in die Geschichte ein, obgleich längst bekannt geworden war, dass die Amerikaner, die Briten und andere Allierte über das Ausmaß der Naziverbrechen voll informiert waren. Der Historiker Walter Laqueur hatte schon 1980 in seinem Buch "Was niemand wissen wollte" über die Unterdrückung der Nachrichten über Hitlers "Endlösung" geschrieben, dass die Welt eine "Mauer des Schweigens" aufgebaut hatte. Man wollte die "schreckliche Wahrheit vielfach nicht sehen, tat Details als Gerüchte, Phantasien und übertriebene Propaganda ab", schrieb Laqueur. Es bedurfte nicht der Geheimdienste, um zu wissen, was sich da tat. Hitler hatte die "Endlösung" vorausgesagt und die Juden verschwanden.

Schon 1942 erreichten Washington Telegramme, wie dieses aus Lissabon: "Deutschland verfolgt die Juden nicht mehr, sie werden systematisch ausgerottet." Doch Präsident Rooseveldt winkte drei Monate später gegenüber einem jüdischen Gast ab. Die Juden würden an der russischen Front lediglich zur Errichtung von Befestigungsanlagen eingesetzt. Obgleich im Westen und auch in Moskau umfassende und sehr konkrete Informationen über die Vergasung und Hinrichtung von über einer Million polnischen Juden vorlagen, über die Ausrottung von Zehntausenden in Wilna, Warschau, Lwow und Odessa, hielten die Alliierte die Telegramme ihrer eigenen Konsuln und Agenten für "wilde, von Ängsten der Juden veranlasste Gerüchte".

Die berühmten Luftaufnahmen der Amerikaner

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com

Category: USA
Posted 01/11/08 by: admin



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Comments

wrote:
Vorteil einer Bombardierung die Moeglichkeit einer Unbrauchbarkeit
des Konzentrationslagers.
Nachteil: befuerchteter Nachteil:
Sogar Hitler war bei allen Attentatsversuchen bisher und bis zum Schluss immer unverletzt geblieben.
Wie verquickt sind die Geheimdienste?
Ist der Kampf um die Macht immer so grausam?
Wo gibt es die ruhige heilige Insel ohne Politik auf dieser Welt?
Waffen verbieten, Verbrechen verbieten, unsinnige Suechte verbieten, Seuche, Armut und Unterdrueckung verbieten usw...
01/12/08 11:45:42

wrote:
Wissen Sie noch, was Juan Carlos zur Quasselstrippe Chavez sagte, Schulz?
01/12/08 19:32:03

wrote:
Der Typ ist doch geisteskrank, Gerd. So blöd kann man anders nicht sein.
01/13/08 00:00:40

wrote:
Dass dadurch die Deportationen hätten gestoppt werden müssen (durch die Zerstörung der Eisenbahnlinien) und so Juden vor dem Tod gerettet hätten werden können, geht so einem Blödian natürlich nicht auf. Jedes Wort an den Troll ist ein Verschwendetes.
01/13/08 00:02:44

wrote:
Ja, "er" - kann ja auch 'ne "sie" sein -ist höchstwahrscheinlich gehandicapped.
Dann will ich mal nichts gesagt haben.

Trollfütterung beendet. ;-)
01/13/08 00:09:30

wrote:
"Es gehört zu den großen Tragödien des Zweiten Weltkriegs, dass die ungarischen Juden noch so kurz vor dem Sieg der Alliierten ausgelöscht wurden."

Aus:

Die Ermordung der Juden Ungarns
http://www.hagalil.com/shoa...
01/13/08 00:15:02

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